Dienstrad: Leasing oder kaufen?

Dienstradleasing per Gehaltsumwandlung gegen Barkauf im Vollkostenvergleich: Steuer, Sozialabgaben, Übernahmepreis, entgangene Rendite und die Rentenlücke. Jede Annahme nennt ihre Quelle.

Kompakt

Stand: Oktober 2026Annahmen und Quellen zuletzt geprüft am 24.10.2026. Was geprüft wird

Quellen für die Voreinstellungen

Verglichen werden ein Dienstrad, das dein Arbeitgeber least und dessen Rate vom Bruttogehalt abgezogen wird (Gehaltsumwandlung), und der Barkauf desselben Rades. Was keine Quelle hat, ist als eigene Annahme gekennzeichnet. Die Zahlen deines Angebots und deines Gehalts ersetzen die Voreinstellungen. Stand der Recherche: Oktober 2026.

  1. Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 09.01.2020: Der monatliche Wert der privaten Nutzung eines überlassenen Fahrrads beträgt 1 % der auf volle 100 € abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung (einschließlich Umsatzsteuer). Für Überlassungen, die erstmals nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2031 erfolgen, gilt ab 2020 „1 % eines auf volle 100 Euro abgerundeten Viertels“, also etwa 0,25 %. Die Sachbezugsfreigrenze von 50 € ist nicht anzuwenden.
  2. § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG und § 37b EStG (abgerufen am 24.10.2026): Die Pauschalierung mit 25 % gilt für die Übereignung eines betrieblichen Fahrrads „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn“, die Pauschalsteuer nach § 37b beträgt 30 %. Welche Regel bei der Übernahme nach dem Leasing greift, hängt vom Anbieter ab. Der Rechner nimmt 30 % als eigene Annahme an, ohne Pauschalierung läge die Belastung höher (Grenzsteuersatz plus Sozialabgaben).
  3. Lohnsteuer kompakt: Firmenfahrrad, Erwerb nach Ende des Leasingvertrages (10.09.2017, zur Kurzinfo der OFD Nordrhein-Westfalen vom 17.05.2017): Als Marktwert nach 36 Monaten darf vereinfachend 40 % der auf volle 100 € abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung angesetzt werden. Kauft der Arbeitnehmer das Rad günstiger, wird der Unterschied als Arbeitslohn von dritter Seite versteuert und ist sozialversicherungspflichtig. Ein niedrigerer Marktwert muss im Einzelfall belegt werden.
  4. Finanzfluss: Dienstrad leasen (Stand 10.06.2026): Rechenbeispiel mit 3.200 € Radpreis und 36 Monaten. Daraus ergibt sich eine Leasingrate von etwa 2,9 % des Radpreises pro Monat ohne Versicherung und etwa 3,6 % mit Versicherung. Als Übernahmepreis nennt der Artikel 18 % bei einer Plattform, andere Seiten rechnen mit 10 %. Der Vorteil gegenüber dem Kauf gilt nur bei Übernahme des Rades und wächst mit dem Gehalt.
  5. bavarian-bike.de: Jobrad Haken: Rente, Übernahmepreis, Ausstieg (2026) (Händlerblog, zuletzt aktualisiert am 07.06.2026): Seit März 2025 liegt der Übernahmepreis bei einem großen Anbieter bei 17 bis 18 % des Neupreises, vorher bei 10 %. Die Quelle nennt keine Rechtsgrundlage und ist ein Blog eines Händlers. Betroffen von der Gehaltsumwandlung sind laut Quelle Rente, Krankengeld, Arbeitslosengeld und Elterngeld. Arbeitgeberwechsel, Kündigung und Elternzeit sind je nach Vertrag unterschiedlich geregelt und im Rechner nicht abgebildet.
  6. Arbeitskammer des Saarlandes: Sozialversicherungswerte 07/2026: Arbeitnehmeranteile 2026 Rentenversicherung 9,30 %, Arbeitslosenversicherung 1,30 %, Krankenversicherung 7,30 % plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag 1,45 %, Pflegeversicherung 1,80 % bei einem Kind (2,40 % ohne Kind), zusammen 21,15 %. Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung 8.450 € im Monat, Kranken- und Pflegeversicherung 5.812,50 €. Aktueller Rentenwert ab 01.07.2026 42,52 €, vorläufiges Durchschnittsentgelt 2026 51.944 €.
  7. gegen-hartz.de: So viel Rente verliere ich durch JobRad? (13.10.2025): Bei 100 € Umwandlung im Monat über 36 Monate entfallen 3.600 € beitragspflichtiges Einkommen, rund 0,071 Entgeltpunkte oder etwa 2,90 € Monatsrente, dauerhaft (Werte 2025). Kein Nachteil entsteht, wenn das Einkommen auch nach der Umwandlung über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Krankengeld und Arbeitslosengeld sinken ebenfalls, der Effekt ist laut Quelle „regelmäßig klein, aber real“. Der Rechner rechnet den Rentenverlust mit den Werten für 2026 aus [6].

Nicht belegt sind der Preisnachlass beim Barkauf, der Gebrauchtwert des Rades nach der Laufzeit, die Kosten für Versicherung und Wartung und die Rendite des Geldes. Das sind eigene Annahmen, die du am Regler anpassen kannst. Der Rechner ersetzt weder einen Blick in deinen Leasingvertrag noch die Auskunft deines Arbeitgebers und deiner Lohnbuchhaltung.

Dienstrad: Leasing per Gehaltsumwandlung oder Barkauf?

Beim Dienstradleasing least dein Arbeitgeber ein Rad für dich, und die Leasingrate wird von deinem Bruttogehalt abgezogen. Weil du auf diesen Teil des Gehalts weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben zahlst, ist die Rate netto deutlich kleiner als ihr Betrag. Als Ausgleich versteuerst du die private Nutzung als geldwerten Vorteil: monatlich 1 Prozent eines auf volle 100 Euro abgerundeten Viertels der Preisempfehlung, also etwa 0,25 Prozent. Der Rechner stellt dieses Modell dem Barkauf gegenüber.

Die Ersparnis hängt vor allem von deinem Grenzsteuersatz ab, also dem Steuersatz auf den letzten verdienten Euro, und davon, ob dein Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Hinzu kommen der Übernahmepreis am Ende der Laufzeit, der Preisnachlass, den du beim Barkauf bekommen könntest, und die Rendite des Geldes, das du beim Leasing nicht auf einen Schlag ausgibst. Der Rechner nimmt alle diese Größen auf und zeigt, bei welchem Wert das Ergebnis kippt.

Das Leasing hat auch eine Kehrseite. Das niedrigere Bruttogehalt senkt deine Beiträge zur Rentenversicherung, und damit sinkt die spätere Rente leicht, ebenso wie Krankengeld und Arbeitslosengeld. Der Rechner beziffert die Rentenlücke in Euro pro Monat und zeigt, wie weit sie den Vorteil schmälert. Außerdem ist ein Leasingvertrag eine feste Bindung. Was bei einem Arbeitgeberwechsel, einer Kündigung oder in der Elternzeit passiert, steht in deinem Vertrag und ist im Rechner nicht abgebildet.

Beachte, was das Modell nicht kann: Es rechnet mit konstanten Werten, kennt weder deinen Vertrag noch dein Gehalt genau und ersetzt keine Steuerberatung. Die Voreinstellungen stammen aus Rechenbeispielen und aus den Erlassen der Finanzverwaltung, jede Quelle steht unter dem Rechner. Setz die Zahlen deines Angebots und deiner Gehaltsabrechnung ein.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Dienstrad per Gehaltsumwandlung immer?

Nein. Es lohnt sich meist, wenn der Grenzsteuersatz und die Sozialabgaben hoch genug sind und du das Rad am Ende übernimmst. Bei niedrigem Einkommen, hohem Übernahmepreis oder einem großen Preisnachlass beim Barkauf schrumpft der Vorteil. Der Rechner zeigt, bei welchen Werten er verschwindet.

Was ist der geldwerte Vorteil beim Dienstrad?

Die private Nutzung des Rades wird mit monatlich 1 Prozent eines auf volle 100 Euro abgerundeten Viertels der unverbindlichen Preisempfehlung angesetzt. Bei einem Rad für 3.500 Euro sind das 8 Euro im Monat. Die Regel gilt laut Erlass für Überlassungen, die erstmals vor dem 1. Januar 2031 erfolgen.

Was kostet die Übernahme des Rades nach dem Leasing?

Das hängt vom Anbieter ab. Genannt werden 10 bis 18 Prozent des Listenpreises, bei einem großen Anbieter seit März 2025 17 bis 18 Prozent. Liegt der Preis unter dem Marktwert, den die Finanzverwaltung vereinfachend mit 40 Prozent nach 36 Monaten ansetzt, wird der Unterschied als geldwerter Vorteil besteuert.

Wie viel Rente verliere ich?

Als Größenordnung: 100 Euro Umwandlung im Monat über 36 Monate kosten etwa 2,90 Euro Rente im Monat, dauerhaft. Der Rechner rechnet das mit den Werten für 2026 und deinen Eingaben aus. Liegt dein Einkommen auch nach der Umwandlung über der Beitragsbemessungsgrenze, entsteht kein Nachteil.